Hell Hole of the Pacific.

Russell, Top Ten Holiday Park, Bay of Islands

Heute habe ich meiner Familie auch einmal gesagt, wie stolz ich auf uns bin. Natürlich fliegen zwischendurch auch mal die Fetzen – vermutlich völlig normal, wenn man auf engstem Raum im Camper zusammenlebt und gleichzeitig irgendwo zwischen Wechseljahren, Pubertät und anderen Gemütszuständen unterwegs ist. Aber genau deshalb finde ich es umso schöner, wie gut wir das gemeinsam meistern. Es macht unglaublich viel Spass, zusammen zu reisen, jeden Tag Neues zu erleben und diese Erinnerungen als Familie miteinander zu teilen. 

Und nun wie versprochen noch ein paar Informationen zu unserem gestrigen und heutigen Übernachtungsort. Während wir gemütlich an der Uferpromenade von Russell entlanggeschlendert sind, fiel es schwer, sich vorzustellen, dass genau hier früher betrunkene Walfänger und Gesetzlose unterwegs waren. Dieser Ort war einmal als „Hell Hole of the Pacific“ bekannt. 

Im frühen 19. Jahrhundert war Russell – damals noch Kororāreka („blauer Pinguin“) genannt – einer der wildesten Hafenorte im Südpazifik. Walfänger, Händler, Seeleute und Abenteurer aus aller Welt kamen hier an Land. Alkohol, Glücksspiel und Prostitution gehörten zum Alltag, und die britischen Behörden hatten kaum Kontrolle über das Geschehen. 

Gleichzeitig spielte Russell eine zentrale Rolle in der Entstehung Neuseelands. 1840 wurde Russell kurzzeitig die erste Hauptstadt Neuseelands, bevor der Regierungssitz später nach Auckland und schliesslich nach Wellington verlegt wurde. 

Mit einer kurzen Fährfahrt haben wir auch noch Paihia besucht - ein entspannter Ferienort. 

Gegen Abend waren wir noch kurz am Long Beach, gleich neben unserem Campingplatz, liessen Drachen steigen, übten Handstand und hielten Ausschau nach blauen Pinguinen. Letzteres leider erfolglos.