Unterwegs in der Bay of Islands - zwischen Fish & Chips und Geschichte.

Russell, Top Ten Holiday Park, Bay of Islands

Unseren mittlerweile schon fast obligatorischen täglichen Kaffeestopp zur Mittagszeit dehnten wir heute spontan zu einem Fish-&-Chips-Stopp aus, nachdem wir zuvor so viel darüber gelesen hatten. Der kleine Mangonui Fish Shop direkt am Wasser gilt in ganz Neuseeland fast schon als Institution. Seit über 70 Jahren wird hier frischer Fisch verkauft, der oft nur wenige Meter entfernt von lokalen Fischern angelandet wird. 

Als ich dann Fish & Chips bei einer älteren, wettergegerbten Frau bestellen wollte, kam ich mir fast ein wenig vor wie im Starbucks. Ich bestellte ganz naiv einfach „Fish & Chips“. Darauf fragte mich die Dame trocken: „Which fish?“ Erst da wurde mir klar, dass man hier natürlich aus verschiedenen Fischsorten auswählen kann. Etwas überfordert antwortete ich dann: „The best one.“ Ihre Reaktion: „They are all good.“ Okay, damit kam ich nun auch nicht wirklich weiter. Sie zeigte schliesslich auf eine Tafel mit fünf verschiedenen Fischarten, und in meiner Not entschied ich mich einfach für den teuersten – der kann ja unmöglich der schlechteste sein. Umgerechnet kostete das Ganze trotzdem nur etwa sieben Franken. Und tatsächlich: Der Fisch schmeckte hervorragend. Wobei natürlich auch der Blick aufs Wasser und der Kampf gegen die Möwen ihren Teil zum Erlebnis beitrugen.

 Nach unserem Fish-&-Chips-Stopp führte uns die Reise bei sonnigem Wetter weiter entlang der berühmten Bay of Islands – jener wunderschönen Küstenregion, die als Geburtsort Neuseelands gilt. 

Wir besuchten die Waitangi Treaty Grounds in der Nähe von Paihia. An diesem geschichtsträchtigen Ort wurde 1840 der Vertrag von Waitangi (Te Tiriti o Waitangi) unterzeichnet – das Gründungsdokument Neuseelands. Zunächst unterschrieben rund 40 Māori-Häuptlinge gemeinsam mit Vertretern der britischen Krone den Vertrag, später kamen im ganzen Land weitere Unterschriften dazu. Bis heute prägt der Vertrag die Beziehung zwischen Māori und dem neuseeländischen Staat, auch weil unterschiedliche Übersetzungen immer wieder zu Konflikten führten. Für viele Māori ist Waitangi deshalb bis heute ein Ort von grosser kultureller und spiritueller Bedeutung. 

Nicht nur der Kaffeestopp ist bei uns mittlerweile legendär, sondern auch der „Nudeln-aus-der-Büchse-Stopp“ am Nachmittag. Die Kids lieben diese chinesischen Nudelgerichte und kochen sich jeweils im Camper kurz Wasser, bevor sie ihr Essen gemütlich während der Weiterfahrt geniessen. 

Um zu unserem heutigen Campingplatz in Russell zu gelangen, mussten wir noch eine etwa dreiminütige Fährfahrt unternehmen. Beim Anstehen fuhr ich dabei auch noch ein oranges Hütchen um. Ich glaube allerdings, es hat den Zwischenfall überstanden. 

Unser Campingplatz liegt wieder ganz idyllisch mitten im Grünen mit Aussicht auf die Bay. Als es dunkel wurde, konnten wir sogar Kiwis hören – ein ganz besonderer Moment mitten in der Natur Neuseelands. 

Über Russell selbst gäbe es übrigens auch noch einiges zu erzählen – aber dazu dann morgen mehr.